• Power & Revolution - Steam Review

    Betrachtet man einmal die Produktseite von Power & Revolution, dem aktuellen Titel der Geo-Politischen Strategiespieleserie aus dem Hause Eversim, fällt dem Leser folgendes auf:
    Erstens ist die durchschnittliche Userwertung vergleichsweise schlecht, zweitens das Spiel relativ teuer und drittens ist in den Userreviews von jeder Menge Bugs die Rede. Empfehle ich also das Spiel? Ja, absolut. Und warum dies so ist werde ich euch in den folgenden Absätzen darlegen.

    Um dem geneigten Leser aber nicht allzu sehr die Ohren voll zu schwafeln, werde ich versuchen mich vergleichsweise kurz zu halten. Dies ist insbesondere wichtig, da man Stunden über das Spiel referieren könnte, weil es einfach unglaublich viele Möglichkeiten bietet.

    Also, in Sachen Globalstrategie gibt es ja nur eine sehr überschaubare Menge an Titeln. Voran wohl den Genreprimus Supreme Ruler. Supreme Ruler ist ziemlich auf Kriegführung, Rüstung und Produktion fokussiert und lässt die Geopolitik jedoch fast schon außen vor. Weiterhin das schon etwas angestaubte Superpower 2 sowie das recht rudimentäre Realpolitiks. Tja, abgesehen von dem einem oder anderen Beer & Pretzels Game und zwei brauchbaren User-Modifikationen zu Hearts of Iron 4 war es das aber auch schon.

    Power & Revolution, der mittlerweile vierte Teil der Serie „Geo-Political Simulator“, legt seinen Fokus im Gegensatz zu Supreme Ruler auf die Geopolitik, Infrastruktur sowie die Innerstaatliche Gesetzgebung. Die Spielfeatures hier aufzuzählen wäre sinnlos. Ihr dürft so ziemlich jeden Aspekt eures Landes regulieren. Von der Besteuerung von Klopapier, bis hin zum Tempolimit in Verkehrsberuhigten Zonen bis hin zur Dauer der Wehrpflicht.

    Politische Parteien, Fraktionen, Raumfahrt, Bildung, Sicherheitspolitik, Rüstung, Umgang mit Gewerkschaften sowie Kirchen.. ach was weiß ich alles. Mehrere hunderte Stellschrauben gibt es. Einfach Grandios. Ihr dürft auch nicht nur als Regierung, sondern auch als Opposition bzw auch als einfacher Fraktionsführer spielen. Jede Menge Möglichkeiten. Mir gefällt zum Beispiel die Rüstung und der Wehretat ziemlich gut.

    Nichts da mit einfach Waffen und Panzer bauen. Ausschreibungen und Produktionsketten sind genauso wichtig wie die Berücksichtigung der langen Lieferzeiten und Unterhaltskosten. Es können schon mal Jahre ins Land gehen, bis die ersten Lose (Teillieferungen der Ausschreibungen) geliefert werden. Sofern man überhaupt in der Lage ist etwas moderneres als ein Bananenboot zu fertigen. Vielleicht müsst ihr aber auch erst Jahrzehnte eure Rüstungswirtschaft subventionieren und dabei bei Mama Merkel einkaufen. Die deutsche Regierung beliefert gerne die ganze Welt.. wie im wahren Leben.

    Klingt alles spannend. Ist es auch. Wobei die Kriegführung dann selbst etwas klobig und arg vereinfacht ist. Da glänzen die oben genannten Vergleichsprodukte mehr.

    Kommen wir nun zu den Mängeln:

    Der Preis.

    Ja, geschenkt ist das Spiel nicht. Ist aber auch ein echtes Nischenprodukt. Mehr als 25 Prozent Rabatt wird es auch nicht so schnell geben für einen aktuellen Titel von Eversim. Das ist deren Firmenphilosophie. Ich sage es nur dazu, damit ihr nicht umsonst auf einen Mega-Sale wartet. Für das was geboten wird, geht der Preis aber voll in Ordnung. Vorausgesetzt ihr seid Hardcore-Stratege und Globalstrategie steht auf eurer Speisekarte.

    Die Bugs.

    Interessanterweise scheinen die meisten Bugs mit dem DLC „2018 Edition“ gefixt worden zu sein. Natürlich traurig, das für die Fehlerbehebung ein DLC notwendig ist, aber Erstkäufer erhalten das Bundle ja zum selben Preis wie den Haupttitel. Somit wohl kein Problem.

    Lediglich der „Freeze-Bug“ ist noch vorhanden. Das manchmal das Spiel beim Jahreswechsel einfriert. Ist mir einmal in einer Deutschland Kampagne im Jahr 2039 passiert. Ärgerlich, da ich gerade dabei war die Jupitermonde mit der Deutschen Raumfahrtagentur zu erforschen. Nuja.

    Alle anderen Hänger lassen sich umgehen. Ging mir zumindest so. Es ist bekannt, das man die Wirtschaft und Inflation abschmieren lassen kann, wenn man zu viele Staatsverträge über Güter abschließt oder andere drastische Änderungen (wie massiver Wohnungsbau oder Ausbau des Verkehrsnetzes) in zu kurzer Zeit durchführt. Dann kommen wohl irgendwelche Berechnungen und Algorithmen nicht mehr hinterher und es addieren sich die Rechenfehler hoch.

    Agiert man etwas vorsichtiger bzw auch realistischer wird man von solchen Berechnungsfehlern verschont. Dass man das Spiel lange und erfolgreich spielen könnt, seht ihr schon an meinen Steam Achievements zu dem Game. Habe da schon einige abgegriffen.

    Im Übrigen hofft die Fangemeinde nun natürlich, dass der Freeze-Bug mit dem bereits angekündigten 2019er DLC gefixt wird. Mal sehen.

    Die vielen schlechten Nutzerreviews.

    Sind wohl bedingt gewesen durch den verbuggten Zustand bei Release oder durch die Nutzer, die dann nicht das 2018er DLC dazu kaufen wollten. Kann man denen aber nicht übel nehmen. Der nicht ganz günstige Preis tat da natürlich auch sein Übriges.

    Ich selber habe jedoch massig Spaß mit Power & Revolution. Nicht nur mit Deutschland, sondern insbesondere auch mit Angola. Da hat man echt Möglichkeiten. Solche großen Länder sind aber was für Fortgeschrittene. Zum erlernen empfehle ich Nationen wie Kroatien oder Kuba. Haben auch ihren Reiz.

    Fazit:

    Wer ernsthaft Zeit investieren will in ein Geopolitisches Schwergewicht, welches übrigens deutlich schneller und leichter zu erlernen ist, als man vermuten möchte, kann ruhig zuschlagen. Spätestens im Sale. Aber das 2018er DLC nicht vergessen. Oder vielleicht erst mal auf die Wunschliste setzen und abwarten bis das 2019er DLC released wird. Ich gehe davon aus, dass dann das DLC 2018 mit beinhaltet sein wird.




    Trailer:




    Power & Revolution ist erhältlich auf Steam.




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